Die 1935 erbaute elektro-pneumatische Taschenladen-Orgel der Firma Steinmeyer aus Oettingen in Bayern war durch den Verschleiß pneumatischer und elektrischer Teile und durch einen merkwürdigen Zersetzungsvorgang der Registerschalter bereits mehrere Jahre vor ihrem 70-jährigen Jubiläum teilweise unspielbar geworden.
Bei der Renovierung des Instrumentes sollten unter Berücksichtigung denkmalpflegerischer Aspekte diese Schäden beseitigt werden. Die wichtigsten Maßnahmen zur Erhaltung und Sanierung des wertvollen Instruments sollen hier kurz erläutert werden.
Da die Registerschalter, wie oben schon erwähnt, sich zu zersetzen begannen und deshalb nicht mehr zu retten waren wurden neue Schalter aus geädertem Kasein gefertigt. Dieser Kunststoff verspricht eine lange Lebensdauer und passt sehr gut zur Farbe der Tasten, deren Beläge alle noch original erhalten sind und die, wie im übrigen der ganze Spieltisch, lediglich einer Reinigung unterzogen wurden.
Des Weiteren wurden die durch starke Korrosion in Mitleidenschaft gezogenen Kontaktfedern der Registerschalter durch Neue ersetzt. Alle sonstigen elektrischen Kontakte wurden gereinigt und nachjustiert.
In der Orgel selber wurden sämtliche Taschen und Relaisbälgchen neu bezogen und überarbeitet, ebenso alle Registerbälgchen, die elektrischen Kontakte und die pneumatischen Schwellapparate. Das Pfeifenwerk wurde generalüberholt und im Rahmen der Möglichkeiten und in Anlehnung an die Klangvorstellung der alten Meister sorgfältig nachintoniert. Dank außerordentlicher Qualität des gesamten Instrumentes und der sehr sorgfältig durchgeführten Restaurierungsmaßnahmen besteht das Pfeifenwerk noch zu 100 % aus der originalen Substanz.
Die gute Gesamtqualität des Instruments wurde auch bei der Revision der Windanlage sichtbar. So musste nur einer der drei Bälge neu beledert werden, weil er zu einem späteren Zeitpunkt nicht mehr aus dem Gehäuse ausgebaut werden konnte. Ebenso wurde das alte Gebläse durch ein Neues, dem Windverbrauch der 43 Register und der pneumatischen Steuerung angemessen, ersetzt.
Aus Sicherheitsgründen und natürlich nach Absprache mit dem zuständigen Denkmalamt wurde die Orgel zusätzlich mit Löschdioden ausgerüstet um die Funkenbildung an den elektrischen Kontakten im Spieltisch zu minimieren
Dank all dieser Maßnahmen, die im Sommer 2005 abgeschlossen wurden, und wenn die Wartung des Instruments weiterhin regelmäßig durchgeführt wird, kann die Steinmeyer-Orgel wieder viele Jahre zuverlässig ihren Dienst versehen, im Gottesdienst ebenso wie im Konzert.